Bereit, in einen wilden Supplement-Trend einzutauchen? Hier kommt squalene – das „shark-y“ Öl, das unter Gesundheitsfans gerade richtig gehypt wird. Tiefseehaie lagern diese glitschige Verbindung in ihren Lebern (Haie nutzen sie zum Schweben). Auch Menschen füllen sie als Supplement in Flaschen ab und preisen antioxidative, immunstärkende und cholesterinausgleichende Superkräfte an. In Europa sind viele neugierig auf die Vorteile von squalene und was die EU dazu sagt. Anschnallen, EU-Shopping-Community – hier kommt die squalene-Story, von der ihr nicht wusstet, dass ihr sie braucht.
Was ist squalene?
Squalene (ausgesprochen skwah-leen) ist im Grunde ein natürliches Öl – ein langkettiger Kohlenwasserstoff – der in allen möglichen Lebewesen vorkommt. Tatsächlich produzieren unser Körper und Pflanzen es als Vorstufe von Cholesterin. Aber bestimmte Haie haben Unmengen davon. Manche Kaltwasserhaie lagern 40–70 % ihrer Leber als squalene, weshalb Fischer früher Hai-Leberöl als „Wundermittel“ bezeichneten. Kein Wunder – Haie nutzen dieses ölige Super-Float sogar, um unter Wasser zu schweben. Chemisch gesehen ist squalene reich an Doppelbindungen, was es besonders stabil macht und gut darin, Sauerstoff aufzunehmen. Kurz gesagt: Es ist das natürliche, hautglättende Antioxidans-Molekül der Natur. Auch die EU kennt es – offiziell gilt es als natürlicher Stoff in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln (und steht nicht auf irgendeiner Verbotsliste).
Die Magie von squalene kommt von seiner chemischen Struktur: viele Kohlenstoff-Doppelbindungen (ungesättigte Bindungen), die es wie ein Schwamm freie Radikale aufsaugen lassen. Es ist außerdem sehr glitschig und geruchlos, was es praktisch für Cremes und Kapseln macht. Wichtig: Es ist kein seltsames Labor-Chemikal – es wird endogen in Tieren (auch Menschen) gebildet und steckt in Lebensmitteln wie Fischölen. Kurz: squalene ist ein natürlich vorkommendes, hai- und menschenfreundliches Öl mit Tradition in der Medizin.
Squalene: Health-Hype vs. Wissenschaft
Viele schreiben squalene (über Hai-Leberöl) diverse Health-Perks zu. Aber was ist Wissenschaft, was ist Hype? Hier die Fakten, was Studien sagen:
- Herz-Helper? Einige Studien deuten an, dass squalene das Cholesterin-Profil verbessern könnte. In einer kontrollierten Studie nahmen Probanden 860 mg squalene pro Tag über 20 Wochen ein und sahen deutliche Senkungen von Gesamt- und LDL- („schlechtem“) Cholesterin im Vergleich zu Placebo. Squalene scheint die körpereigene Cholesterinproduktion zu bremsen (ähnlich wie ein mildes, natürliches Statin), was diese Effekte erklären könnte.
- Antioxidant-Power: Dank der vielen Doppelbindungen ist squalene ein Champ im Neutralisieren von Oxidantien. Forschende bestätigen starke antioxidative (und sogar sauerstofftransportierende) Eigenschaften. Das heißt, es kann deine Zellen vor Schäden schützen – was für Herzgesundheit und Anti-Aging nice ist. (Stell es dir als körpereigenen Ölfilter vor, der schädliche freie Radikale abfängt.)
- Immun & Recovery: Hai-Leberöl (reich an squalene) wurde in der Volksmedizin für das Immunsystem genutzt. Moderne Labortests bestätigen: squalene zeigt antivirale und antibakterielle Aktivität und scheint Immunzellen zu pushen. In Skandinavien und Japan nehmen Leute es bei Infekten und zur Regeneration nach Wunden oder sogar Chemo. Auch wenn das in großen Humanstudien nicht voll bewiesen ist, sind die antioxidativen und immunaktivierenden Effekte in Labor- und Tierversuchen real.
- Weitere Buzzwords: Man hört auch von Anti-Aging-, Entzündungs- und sogar Anti-Krebs-Claims. Es stimmt, dass einige Zellstudien zeigen, wie squalene das Wachstum von Krebszellen stört. Aber klar: Das sind Labor-Daten, kein Heilmittel für Menschen. Wie ein Review sagt, hat squalene „eine breite Palette physiologischer Funktionen wie Antikrebs- und Anti-Hypercholesterinämie“ im Labor. Klingt spannend, aber diese Super-Heilversprechen sollte man mit einer Prise Meersalz nehmen. Kein offizieller EU-Health-Claim hat squalene bisher abgesegnet.
Also ja, hinter manchen Hypes steckt echte Wissenschaft – vor allem bei Herz- und Antioxidant-Effekten – aber es ist kein magischer Feenstaub. Locker gesagt: squalene kann wirklich helfen, Cholesterin zu balancieren und Oxidation zu bekämpfen, und es könnte das Immunsystem unterstützen. Aber: Supplements sind Ergänzungen. Es ist smart, die Erwartungen realistisch zu halten, auch wenn das Label optimistisch klingt.
EU-Regulierung und Hai-Bedenken
In der EU gibt’s einen Twist: Kosmetik vs. Supplemente. Die EU-Kosmetikverordnung (EG 1223/2009) verbietet bestimmte Inhaltsstoffe aus Haien komplett. Tatsächlich kann Hai-Leberöl (und damit squalene aus Haien) als Kategorie-C-Tiernebenprodukt gelten, das in Kosmetik nicht verwendet werden darf. Heißt auf gut Deutsch: Du wirst in Pond’s, Dove oder irgendeiner Creme in Europa kein squalene aus Haien finden – stattdessen wird pflanzliches oder synthetisches squalane verwendet.
Und bei Supplementen? Hier die Entwarnung: Es gibt kein EU-Gesetz, das „Hai-squalene in Kapseln ist illegal“ sagt. Da squalene eine lange Geschichte als Lebensmittel (in alten Fischölen, Olivenöl etc.) hat, gilt es nicht als „neuartiges Lebensmittel“, das eine Sonderzulassung bräuchte. Firmen dürfen also Hai-Leberöl-Kapseln mit squalene verkaufen, solange sie die üblichen Supplement-Regeln (Qualitätsstandards, Kennzeichnung etc.) einhalten. Theoretisch gilt: Solange es sicher ist, ist es erlaubt.
Allerdings sind Hai-Schützer nicht begeistert. Sie weisen auf ein EU-Schlupfloch hin: Die Vorschriften gegen illegale Fischerei decken Hai-Leberöl nicht explizit ab. Oceana und andere warnen, dass Piratenfischer gezielt Tiefseehaie für ihr Öl jagen und das Produkt dann unbemerkt auf den Markt bringen. Die EU hat einige Haiarten geschützt und Flossen verboten, aber Hai-Leberöl ist ein blinder Fleck geblieben.
Wichtige Takeaways für EU-Konsumenten: Hai-squalene in Cremes ist per Gesetz ein No-Go, aber Hai-squalene in Kapseln ist (noch) nicht explizit verboten. Es unterliegt den allgemeinen Lebensmittelsicherheitsregeln, aber Wunderclaims sind auf dem Label nicht erlaubt. Und: Achtet auf die Ethik – manche meiden Hai-Produkte komplett.
Squalene einnehmen: Dosierung & Sicherheit
Wenn du squalene-Supplements ausprobieren willst, hier die Facts – kein Vortrag, nur Klartext:
- Dosierung: Immer das Label beachten. Typische Hai-Leberöl-Kapseln enthalten ein paar Hundert Milligramm, also bekommst du pro Dosis meist ~200–500 mg squalene (manchmal 1.000 mg, je nach Brand). Klinische Studien nutzten z. B. 860 mg/Tag über 20 Wochen mit Cholesterin-Effekt. Das wurde gut vertragen. Aber: Nicht übertreiben – bleib bei den empfohlenen Mengen, meist 1–3 Kapseln pro Tag mit Essen.
- Sicherheit – Schwermetalle: Angst vor „Fisch-Quecksilber“? Gute News: Labore haben Hai-Leberöl-Supplements getestet, und die Quecksilberwerte sind winzig. Die höchste gemessene tägliche Quecksilberaufnahme durch eine Haiöl-Kapsel lag bei etwa 0,000092 µg (Mikrogramm). Zum Vergleich: Der EFSA-Sicherheitswert für Methylquecksilber liegt bei 91 µg pro Woche für einen 70-kg-Erwachsenen. Die getesteten Öle lieferten Bruchteile eines Prozents davon. Heißt: Haiöl-Kapseln liegen meist hunderte Male unter den EU-Grenzwerten. (Gilt auch für andere Schwermetalle.) Solange das Produkt von einem seriösen Hersteller stammt, der auf Reinheit testet, sollte Kontamination kein Thema sein.
- Nebenwirkungen: Squalene ist eigentlich etwas, das unser Körper selbst bildet (es ist eine Cholesterin-Vorstufe), also wird es in der Regel gut vertragen. Die Hauptsache: fischige Aufstoßer oder Nachgeschmack – Haiöl kann, naja, fischig schmecken, wenn die Kapsel nicht magensaftresistent ist. Bei Fisch- oder Meeresfrüchteallergie: Vorsicht (Hai = Fisch). Sonst sind ernste Nebenwirkungen selten. Wie bei jedem Supplement ist der größte „Nebeneffekt“ vielleicht, dass du das Gefühl hast, einen Löffel Meer getrunken zu haben – hast du ja auch literally.
- Kennzeichnung & Claims: EU-Recht verlangt klare Angaben zu den Inhaltsstoffen. Du solltest „Hai-Leberöl“ oder „Squalene“ auf der Packung sehen. Fall nicht auf Werbeversprechen wie „Heilung“ rein. In der EU darf squalene nicht legal behaupten, Krankheiten zu verhindern oder zu behandeln. Du findest vielleicht allgemeine Aussagen wie „reich an Antioxidantien“ oder „unterstützt das Immunsystem“ (dafür gibt’s etwas Evidenz) – aber keine offiziellen Health Claims von der EFSA. Kurz: Trusted Brands kaufen, Dosierung einhalten und große Werbeversprechen mit einer Prise Meersalz nehmen.
Fazit
Was ist also das Fazit für squalene in der EU? Es ist eine interessante, natürliche Verbindung mit echter Bioaktivität, und die EU verbietet sie in Supplements nicht. Wissenschaftliche Studien zeigen einige Health-Perks (wie Cholesterin-Support und Antioxidant-Effekt). Und das Gruselige? Top-Labore finden keine Sicherheitsprobleme – Quecksilber und Co. sind weit unterhalb der Grenzwerte.
Natürlich ist es kein Zaubertrank. Niemand wird nach einer Kapsel zum Hai. Immer dran denken: Supplements ergänzen, ersetzen aber keinen gesunden Lifestyle. Wenn du auf den squalene-Zug aufspringst, wähle ein hochwertiges Produkt von einem transparenten EU-Anbieter. Und hey, Haie schwimmen weiter – vielleicht sollten wir das auch, mit Awareness. Am Ende ist squalene ein Geschenk der Haie an die menschliche Gesundheit (mit Einschränkungen). Ob du’s nimmst oder nicht: Jetzt kennst du die Science und die Regeln. Bleib smart, bleib safe und genieße das Meer an Wissen!
Quellen
- European Commission. Regulation (EC) No 1223/2009 on cosmetic products. Official Journal of the European Union.
- European Commission. Regulation (EC) No 178/2002 laying down the general principles and requirements of food law. Official Journal of the European Union.
- European Commission. Animal by-products Regulation (EC) No 1069/2009. Official Journal of the European Union.
- EFSA (European Food Safety Authority). Scientific opinion on the risk for public health related to the presence of mercury and methylmercury in food. EFSA Journal, 2012.
- EFSA. Food supplements in the EU – guidance for manufacturers and consumers. European Food Safety Authority.
- Smith TJ. Squalene: potential chemopreventive agent. Expert Opinion on Investigational Drugs, 2000.
- Smith TJ. Squalene: potential role in cancer and cholesterol modulation. Pharmacological Research, 2000.
- Chan P, Tomlinson B, Lee CB, Lee YS. Effect of squalene on serum cholesterol and triglyceride levels in humans. International Journal of Food Sciences and Nutrition, 1996.
- Aranda FJ, Villalaín J. The interaction of squalene with phospholipid membranes. European Journal of Biochemistry, 1997.
- Oceana Europe. Shark liver oil loopholes in the EU. Oceana Report, 2021.
- Huang ZR, Lin YK, Fang JY. Biological and pharmacological activities of squalene and related compounds: potential uses in cosmetic dermatology. Molecules, 2009.
- Prieto JM, Recio MC, Giner RM, Máñez S, Giner-Larza EM, Ríos JL. Pharmacological profile of squalene and derivatives. Planta Medica, 2003.